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31. Dezember 2009
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Richtig anheizen
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Kaminöfen sind zurzeit der Verkaufsrenner. Ob in Baumärkten oder im Fachhandel: Das Geschäft brummt. Denn 20 bis 30 Prozent Heizkostenersparnis pro Jahr sind allemal drin, wenn zusätzlich zur Gas- oder Ölheizung ein Kaminofen das Wohnzimmer wärmt. Doch wie verhält es sich mit der Umweltverträglichkeit der "Zusatzheizungen"?

Grundsätzlich gilt: Bei der Verbrennung von Holz wird nicht mehr klimabelastendes Kohlendioxid (CO2) frei, als der dazugehörige Baum zu Lebzeiten aus der Luft absorbiert hat. Anders als fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl belastet die Verbrennung von Holz in der rechnerischen Umweltbilanz die Atmosphäre also nicht zusätzlich. Bei Schwefeldioxid schneiden Kaminöfen sogar deutlich besser ab als Gas- oder Ölheizungen, weil Brennholz kaum Schwefelverbindungen enthält. Anders verhält es sich jedoch mit der Belastung durch Kohlenmonoxid und Staub. Deshalb hat der Gesetzgeber hier Grenzwerte festgesetzt.

Auflagen für den Betrieb
Definiert sind diese Grenzwerte in der Bundesimmissionsschutzverordnung. Sie bilden die Basis für die gegenwärtig gültige DIN 18 891. Diese Norm legt für Kaminöfen fest, dass

• sie ausschließlich als Zusatz- und Zweitheizung (also nicht für den Dauerbetrieb) eingesetzt werden dürfen,
• als Brennstoff nur Scheitholz und Braunkohlebriketts zugelassen sind (also keine Steinkohle)
• der Wirkungsgrad über 70 Prozent liegen muss (Wirkungsgrad = gewonnene Heizenergie im Verhältnis zum eingesetzten Brennstoff) und
• die Abgase nicht mehr als 0,4 Volumenprozent Kohlendioxid und 0,15g/m³
Staub enthalten dürfen.

Nur Modelle, die diese Vorschriften erfüllen, dürfen im deutschen Handel angeboten werden.

Das Prinzip der sauberen Verbrennung
Wer in Deutschland einen Kaminofen kauft, kann also davon ausgehen, dass er damit zumindest die vom Gesetzgeber geforderten Grenzwerte für den Schadstoffausstoß einhalten kann. Doch abgesehen von diesen Mindeststandards gibt es große Qualitätsunterschiede, die im wesentlichen von der Konstruktion der Brennkammer abhängig sind. Die Brennkammer ist das Herz eines Kaminofens. Je höher die Verbrennungstemperatur, desto sauberer die Verbrennung und desto weniger Schadstoffe gelangen mit den Abgasen durch den Schornstein in die Luft. Mindestens 600 Grad Celsius müssen bei der Holzverbrennung erreicht werden - optimal sind 850 bis 1000 Grad Celsius. Deshalb sollte die Brennkammer mit Schamotte oder Vermeculite ausgekleidet und gut wärmeisoliert sein.

Luftführung

Jeder Kaminofen hat mindestens zwei regulierbare Luftzuführungen. Die Primärluft wird unterhalb des Feuerraums zugeführt und bringt das Holz zunächst zum Glühen. Dabei entsteht über der Flamme eine Wolke aus "Holzgas". Die Sekundärluft soll dann die im Holzgas enthaltenen flüchtigen Brennstoffbestandteile möglichst vollständig verbrennen. Dafür sollte sie beim Eintritt in die Brennkammer möglichst heiß, also vorgeheizt sein. Sonst kühlt das Feuer immer wieder ab und die optimale Verbrennungstemperatur wird nicht erreicht. Gute Kaminöfen führen die Sekundärluft deshalb zur Erwärmung auf dem Weg zum Feuer möglichst lange um die heiße Brennkammer herum. Erst dann tritt sie in deren oberen Bereich ein und bildet dort einen heißen Luftwirbel mit dem sich das Holzgas vermischt und verbrennt. Je höher die Temperatur und je länger sich der Luftwirbel hält, desto sauberer ist die Verbrennung. Um die Technik der sauberen Verbrennung weiter zu optimieren, sind einige Hersteller auf der Suche nach besseren Konstruktionsprinzipien. So hat die Firma Specht in Zusammenarbeit mit der Kölner Universität einen Kaminofen mit doppelter Brennkammer entwickelt. Bei ihrem Modell "Xeoos" wird das in der ersten Brennkammer entstehende Holzgas durch das Glutbett hindurch in eine zweite, unter dem eigentlichen Feuer liegende Brennkammer gezogen. Dadurch steigt dessen Temperatur bis auf 1000 Grad Celsius, was die Verbrennung noch sauberer machen soll.

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